Sonntag, 27. August 2017

Wanderlust - Switzerland♡


never let your mind tell your heart not to wander. - unknown♡



Heute möchte ich euch von einer Wanderung erzählen, die ich vor einigen Wochen unternommen habe. Ich war nämlich mit meinen Brüdern und meinen Grosseltern im Urlaub am Brienzersee. Dieser See liegt in der Schweiz und ist (meiner sehr stark beeinflussten Meinung nach) der schönste See dieses Landes. Was aber auch nicht zu verachten ist: Die Berge rund herum. Obwohl ich nun schon seit siebzehn Jahren jeden Sommer einige Tage oder Wochen dort verbringe, habe ich erst sehr selten die Umgebung erkundet, was wirklich schade ist, wenn man bedenkt, wie schön die Landschaft ist. Da mein Bruder aber seit einer Weile vermehrt fotografiert (ihr findet ihn auf Instagram unter @nicocaptures), wollte er nun diesen Sommer endlich einmal eine Wanderung unternehmen. Dazu hat er im Voraus auf Instagram und Co. etwas recherchiert und nachgeschaut, wo andere Fotografen ihre Bilder machen und so hat er sich für die Route Harder Kulm - Augstmatthorn entschieden. Ich habe aus irgendeinem Grund, der mir schleierhaft ist, gesagt, ich würde ihn begleiten - und das, obwohl ich Wandern ÜBERHAUPT nicht mag (normalerweise). Schlussendlich muss ich aber sagen, dass sich der Ausflug gelohnt hat und mir auch wirklich Freude bereitete.


Gestartet haben wir am Mittwoch am Nachmittag um zwei Uhr. Unser Grossvater hat uns mit dem Auto zur Talstation der Harder-Bahn gebracht und dann sind wir mit der Bahn nach oben gefahren. Die Wanderung starteten wir dann um ungefähr drei Uhr beim Harder Kulm. Unser Ziel war das Augstmatthorn, Ahnung wie lange das dauern würde hatten wir keine. Gleich zu Beginn kamen einige recht steile Stücke, was meine Laune schnell verschlechterte, doch die Aussicht, die sich immer mal wieder zeigte, machte die Anstrengung wett. Am Mittwoch wanderten wir ziemlich lange und machten keine grösseren Pausen, da wir ja erst nachmittags losliefen.


Der Weg wurde dann an einigen Stellen ziemlich schwierig, da es sowohl links als auch rechts steil bergab ging und man teilweise auf einem ziemlich naturbelassenen Steinhang wandern musste, wobei ich mich meist an glücklicherweise vorhandenen Seilen festklammerte und mehr oder weniger abseilte. Als wir schlussendlich um ungefähr sieben Uhr endlich an unserem "Zielort" ankamen, war ich wirklich heilfroh darüber! Wir haben uns dann daran gemacht, das Zelt aufzustellen, was sich ziemlich schwierig gestaltete, da es kaum genug Platz hatte und wir auch nicht wirklich geübt darin sind. Nach einigen kleineren Komplikationen hat es dann aber funktioniert und unser Zuhause für diese Nacht stand. Wir haben danach noch ein wenig den Sonnenuntergang fotografiert und unsere Sandwiches gegessen und dann war es auch schon Zeit, um zu schlafen - oder es zumindest zu versuchen.


Versuchen ist vermutlich das bessere Wort, da wir keinen Platz hatten, um eine dünne Matte mitzunehmen, wodurch wir mehr oder weniger direkt auf dem harten Boden lagen, was es nicht gerade vereinfachte in den Schlaf zu finden. Hinzu kamen die ziemlich lauten Geräusche, die der Wind verursachte und die eher frischen Temperaturen, die alle zusammen für eher schlechte Schlafverhältnisse sorgten. Doch irgendwann muss ich eingeschlafen sein, denn um halb zwei in der Früh wurde ich vom Wecker meines Bruders geweckt, der die Sterne fotografieren wollte. Das Problem dabei? Über Nacht waren Wolken aufgezogen. Nachdem er also kurz nach draussen ging, kehrte er mit dem ernüchternden Bericht zurück, dass kaum Sterne sichtbar waren - und wir umsonst geweckt wurden.


Nach weiteren vier Stunden Schlaf wurden wir dann um halb sechs wieder von seinem Wecker aus dem Schlaf gerissen. Pünktlich zum Sonnenaufgang, der um ungefähr sechs losging. Wir konnten also das Zelt öffnen und gemütlich (zumindest mehr oder weniger gemütlich - ich trug lange Sportleggins, Trainerhosen, T-Shirt, Pulli, Jacke und war in meinen Schlafsack gewickelt, weil ich es leicht frisch fand) unser Brot frühstücken. Dann fotografierten wir den Sonnenaufgang und bauten daraufhin das Zelt ab. Um sieben Uhr ging es auch schon mit dem Abstieg los. Dieser gestaltete sich als höchst unangenehm, da der Weg mehr oder weniger gerade nach unten führte und man so ständig die Muskeln anspannen musste - ihr könnt euch vorstellen, wie gross mein Muskelkater in den darauf folgenden Tagen war.


Als wir dann nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden endlich unten ankamen, waren wir extrem durstig und hatten müde Beine, doch auch das Glücksgefühl war eindeutig da. Für mich hat sich die Wanderung zu hundert Prozent gelohnt, weil es einfach eine tolle Erfahrung war, einmal auf einem Berg in einem Zelt zu übernachten, früh aufzustehen und weit zu wandern. Ich würde es jederzeit wieder tun und kann es auch jedem von euch nur empfehlen - und wie schön sind bitte die Aussichten?!


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