Dienstag, 22. September 2020

The Falling in Love Montage von Ciara Smyth - Review


 
“See, the thing about the falling in love montage," she said, her voice hoarse, "is that when it's over, the characters have fallen in love.” - Ciara Smyth

Zum Buch

Titel: The Falling in Love Montage

Autorin: Ciara Smyth

Verlag: Harper Teen

Umfang: 384 Seiten (Paperback)

Info

Saoirse glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick oder Happy Endings. Wenn die real wären, könnte sich ihre Mutter noch an ihren Namen erinnern und müsste nicht in einem Pflegeheim für Menschen mit Demenz leben. Einer Krankheit, welche Saoirse vielleicht geerbt hat. Darum möchte sie keine Beziehung. Warum sollte sie etwas Romantisches anfangen, wenn es sowieso irgendwann enden wird?

Aber nachdem sie an einer Party Ruby trifft, bricht Saoirse ihre eigenen Regeln. Ruby liebt Rom-Coms über alles und schlägt ihr einen Deal vor: Sie brauchen keine echte Liebe, um zusammen einen tollen Sommer erleben zu können, komplett mit jedem Klischee Date aus Rom-Coms. Schliesslich wissen sie beide, dass es im Herbst enden wird. Das wäre der perfekte Plan, wenn sie bloss nicht etwas über die Falling in Love Montage vergessen hätten: wenn die vorbei ist, haben sich die Charakteren nämlich verliebt...

Meine Meinung

Spoiler Warnung!!!

Ciara Smyths Debutroman ist eine f/f Young Adult Rom-Com, die nicht besser sein könnte. Mit Saoirse und Ruby hat Smyth zwei sympathische Charakteren mit echten Problemen und Emotionen geschaffen. Nebst den zwei Protagonistinnen finden sich in diesem Buch mehrere interessante und witzige Nebencharakteren und eine geballte Ladung Witz. Aber der Reihe nach.

Das Buch beginnt mit einer Party bei Oliver, einem Fein / Freund von Saoirse, bei der das Ende des Schuljahres gefeiert wird. Saoirse, welche nicht wirklich Freunde hat, geht alleine zu dieser Feier und versucht dabei ihrer Ex-Freundin und ihrer ehemaligen besten Freundin aus dem Weg zu gehen. Einziges Ziel für den Abend: Sich irgendein süsses Mädchen zu schnappen und küssen. Doch dann trifft sie auf Ruby und alles stellt sich auf den Kopf. Denn Ruby ist nicht nur die schönste Frau, die Saoirse je gesehen hat, sie ist auch intelligent und witzig und interessant. Saoirse weiss, dass das nicht gut enden kann - genau für solche Fälle hat sie ja die "Keine-Beziehung"-Regel aufgestellt. Trotzdem lernt sie Ruby besser kennen. Und beginnt damit etwas sehr viel grösseres, als sie ursprünglich gedacht hätte.

Ruby überzeugt Saoirse davon, dass sie einen tollen Sommer ohne Beziehung und ohne Ernsthaftigkeit miteinander verbringen sollten. Sie machen eine Liste mit all den Klischee-Dates, die man in Rom-Coms gezeigt bekommt, wenn sich die Charakteren ineinander verlieben und wollen diese den Sommer über abarbeiten. Saoirse wird schnell klar, dass sie Gefühle für Ruby entwickelt, versucht die aber mit aller Kraft zu ignorieren. Da Saoirse nichts "Echtes" oder Ernstes in die Beziehung bringen will, vermeidet sie viele Themen. So erzählt sie Ruby zum Beispiel nicht, dass ihre Mutter wegen ihrer Demenz in einem Pflegeheim lebt, sie nicht mehr erkennt - und Saoirse selbst die Krankheit vielleicht auch in sich trägt. Oder dass ihr Vater seine neue Freundin Beth heiraten wird und sie zusammen in eine Wohnung ziehen werden. Oder dass sie nicht weiss, ob sie wirklich nach Oxford gehen will. 

Ruby reicht der Spass irgendwann nicht mehr. Auch sie hat Gefühle für Saoirse und kann nicht mehr alles Echte einfach so umschiffen. Die Probleme sind also vorprogrammiert. Aber das ist schliesslich bei jeder guten Rom-Com so.

Saoirse ist eine sehr sture Person, die nicht schnell nachgibt und eisern an Plänen festhalten kann, selbst wenn klar wird, dass diese Pläne vielleicht doch nicht so gut sind. Sie ist sehr dramatisch und tendiert dazu, sämtliche Gefühle in sich reinzufressen, bis irgendwann alles aus ihr rausbricht. Kommunikation ist nicht ihre Stärke und das führt sowohl mit Ruby als auch mit ihrem Vater zu Problemen. Ich mochte Saoirse sehr gerne, denn auch wenn sie keine "einfache" Person ist, wollte ich immer nur, dass sie glücklich wird und erkennt, dass sie ihr Leben leben kann und sollte, auch wenn sie nicht weiss, was passieren wird. Was ich auch sympathisch fand, war, wie awkward sie in vielen Situationen reagiert. Soziale Situationen sind nicht gerade ihre Stärke, was oft zu witzigen Szenen führte und sie mir näher brachte.

Ruby ist ein typischer Hufflepuff. Sie ist ein unheimlich positiver Mensch, sieht überall Optionen und Möglichkeiten und will die Welt einfach nur einen besseren Ort machen. Als hoffnungslose Romantikerin ist sie ein grosser Fan von Rom-Coms, auch wenn sie sich mehr lesbische Pärchen und Plots wünscht. Nun ergibt sich die Chance, ihre eigene Rom-Com zu erleben. Und auch wenn es für ihre Beziehung mit Saoirse ein Ablaufdatum gibt, hält sie keine Gefühle oder Emotionen zurück. 

Der Hauptplot des Buches ist natürlich Saoirses und Rubys Beziehung, es gibt aber auch einige kleinere Plots, welche der Geschichte Leben verleihen und dazu führen, dass man die Charakteren sehr viel besser kennenlernt.

Einer der Nebenplots ist Saoirses Beziehung zu ihren Eltern. Da ist einerseits ihre Mutter, deren Geschichte unglaublich traurig ist. Sie ist früh an Demenz erkrankt und erkennt mittlerweile ihre eigene Tochter nicht mehr. Saoirses Beziehung zu ihr ist dementsprechend kompliziert. Sie hat ein schlechtes Gewissen, weil ihre Mutter nicht mehr zuhause leben kann, da sie denkt, es sei, weil ihr Vater und sie zu wenig Zeit in ihre Pflege investiert hätten. Sie ist wütend auf ihren Vater, weil er eine neue Verlobte hat und sie ihm Vorwürfe macht, ihrer Mutter untreu zu sein. Sie weiss nicht, ob sie das Land wirklich verlassen soll, weil sie dann so weit weg von ihrer Mutter wäre und sie nicht mehr täglich besuchen könnte. Gleichzeitig will sie weg von ihrem Vater. All das ist im Buch sehr komplex dargestellt worden und ich fand es schön, zu sehen, wie sich Saoirse selbst aber auch ihre Beziehungen im Laufe der Geschichte gewandelt und verändert haben.

Ein weiterer Nebenplot beziehungsweise eine Nebenperson ist Beth, die Verlobte von Saoirses Vater. Auch sie mochte ich sehr gerne. Sie gibt sich offensichtlich sehr viel Mühe, um Saoirses Gunst zu gewinnen. Mein liebster Nebencharakter war aber mit Abstand Oliver. Oliver ist Rubys Cousin und sowas wie Saoirses Feind. Wobei Feind definitiv ein zu starkes Wort ist, um ihre Beziehung zu umschreiben. Aber ich liebte es, wenn er und Saoirse miteinander interagierten. Diese Szenen waren immer besonders witzig und unterhaltsam und die Langsame Wandlung ihrer Beziehung fand ich sehr süss.

Saoirse verändert sich im Laufe der Geschichte sehr stark. Am Ende kann sie endlich ihre eigenen Fehler eingestehen, anderen Leuten verzeihen und für sich selbst einstehen. Sie wirkt am Schluss viel erwachsener als zu Beginn und auch ihre Beziehungen zu den Menschen in ihrem Leben haben sich stark verändert. Was mich überrascht hat, ist, dass Smyth die Beziehung von Saoirse und Ruby am Schluss tatsächlich enden liess. Ich war mir sehr sicher, dass sie ihr Happy Ever After kriegen würden und war anfangs ziemlich enttäuscht darüber, dass das nicht passiert ist. Schlussendlich muss ich aber sagen, dass die Geschichte so viel realer wirkt und das Ende war sehr bittersüss. 

Ich fand das Buch persönlich super und habe ihm auf Goodreads fünf von fünf Sternen gegeben. Ich bin gespannt auf Smyths nächste Geschichte und wer weiss, vielleicht gibt es dann ja eine f/f Romanze mit Happy End!

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